RADFAHREN IN THAILAND (TEIL 1)

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Thailand als Fahrradreiseland
Vom Flughafen nach Bangkok
Radfahren in Bangkok
Fahrradmitnahme im Zug
zu Teil 2

•Einleitung :


Folgende Informationen entstammen eigener Erfahrung während unserer Radtour und sind ergänzt mit Daten aus 2 Reiseführern: Stefan Loose: Thailand und Lonely Planet: Thailand. Der Reiseführer von Stefan Loose ist eindeutig der Bessere! Aus ihm haben wir unsre entscheidenden Anregungen genommen die zur Auswahl der Route führten. Viele der Kilometerangaben im Folgenden stammen aus seinem Buch und stimmten meist exakt bis auf die Nachkommastelle. Leider gibt es in seinem Buch außer einem weiteren Kapitel (Mekong River) sonst keine anderen Nebenstrecken die so gut beschrieben wären, es ist eben auch kein Radreiseführer. Trotzdem: großes Lob, Lonely Planet verschläft leider weiterhin die Bedürfnisse von Radtouristen und ist extrem auf Orte, fast nie auf Streckeninformationen hin aufgebaut. Nach einigen allgemeinen Tips folgt hier im Weiteren die detailierte Beschreibung der von uns gefahrenen Strecke.

Thailand als Fahrradreiseland:

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Wir haben Thailand am Ende einer langen Radreise besucht, die ganz andere Schwerpunkte hatte. Wir hatten im Grunde noch bei der Ankunft gar keine klare Meinung ob wir in Thailand überhaupt radfahren oder es bei einem Strandurlaub belassen sollten. Wir waren dann aber doch neugierig genug es einfach mal auf einer überschaubaren Strecke auszuprobieren. Auf dieser kleinen Basis eigener Erfahrungen generalisiere ich im Folgenden notgedrungen etwas, habe aber versucht Berichte von Radfahrern zu berücksichtigen, die wir unterwegs getroffen haben. Zu beachten ist auch, daß wir im März unterwegs waren, andere Jahreszeiten bilden natürlich einen anderen klimatischen Rahmen. Da wir selbst bei Recherchen im Internet vor der Reise nichts wirklich brauchbares finden konnten, denke ich auch diese wenigen Informationen können für den einen oder anderen von Nutzen sein. Generell:

Entgegen aller Vorurteile hat sich gezeigt, daß das Land sehr gut zum Radfahren geeignet ist, wenn man ein paar Besonderheiten beachtet.

- Mittagshitze: Man sollte sich nicht zu große Tagesetappen vornehmen und versuchen zwischen Sonnenaufgang (+- 6 Uhr) und 11 - 12 Uhr mittags zu fahren. Dann erst ab 16 Uhr bis Sonnenuntergang (+- 18 Uhr) wieder. Die Mittagspause ist, wenn irgendwie möglich, am Strand zu verbringen. Dort weht eine kühle Brise und man kann sich im Wasser abkühlen.
- Nebenstraßen: Es gibt offenbar viele Nebenstraßen die verkehrsarm sind, man muß sie nur finden. Die gängigen Landkarten sind oft nicht genau genug (Nelles Map immer noch eine der Besten). Erkundigungen vor Ort scheitern an Sprachbarrieren. In folgenden haben wir die von uns gefahrene Strecke so genau wie möglich dokumentiert, damit hier wenigstens schon mal ein erstes Mosaiksteinchen zur Verfügung steht.
- Hauptstraßen: Highway 4 der nach Süden führt war in dem Bereich, den wir gefahren sind, durchaus vertretbar, weil er einen breiten Seitenstreifen besitzt. Schön war die Strecke allerdings nicht. Ab Chumpon führt eine Straße an die Westküste über Ranong hinunter nach Phuket und Krabi. Diese ist, laut Auskunft anderer Radfahrer, gut zu fahren und führt durch abwechslungsreiche Landschaft. Teilweise liegen allerdings die Orte sehr weit auseinander.
Eine weitere sehr empfehlenswerte Route führt entlang des Mekong im Norden. Dort gibt es auch die Möglichkeit zu Abstechern nach Laos, wo der Verkehr noch wesentlich geringer sein soll als in Thailand. Soviel aus der Gerüchteküche.
Apropo Küche: Das Essen in Thailand ist ein Traum, man kann fast überall bedenkenlos alles essen. An den kleinen Garküchen am Straßenrand ist für ein paar Mark eine volle Mahlzeit für 2 Personen zu bekommen. Als Radfahrer kommt man natürlich rasch außerhalb der Gebiete in denen für die Touristen Speisekarten auf Englisch übersetzt werden oder die Bedienung gar selbst Englisch spricht. Bestellungen auf Thai sind natürlich eine echte Herausforderung, aber der Hunger hält die Motivation fürs Weiterlernen aufrecht. Manchmal hat man auch Glück und kann einfach mit den Fingern auf das zeigen was man gerne essen möchte. Wasser aus der Leitung sollte man nicht trinken, es gibt überall Trinkwasser in Flaschen zu kaufen. Wir sind nach kurzer Zeit selbst vor Eis in Getränken nicht mehr zurückgeschreckt, wenn es nicht geraspelt war. In letzterem Fall besteht die Gefahr, daß es unter weniger hygienischen Bedingungen von einem Block stammt
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Vom Flughafen nach Bangkok:

Diese Strecke sollte man nicht selber fahren, außer man hat extrem gute Ortskenntnis und kann die Autobahn meiden. Stadtpläne die hier helfen würden, sind mir nicht zu Gesicht gekommen. Solche Heldentaten sind aber auch nicht notwendig, gibt es doch den Flughafenbus und der kann Räder mitnehmen. Uns gelang es Mitternacht noch einen solchen Flughafenbus zu bekommen und uns zu dieser nachtschlafenen Zeit noch bis nur 1 Uhr zu unserem Hotel mitten im Gassenwirrwar von Chinatown durchzuhangeln. Um die Räder allerdings in diese Busse zu bekommen dürfen sie nicht bereits zu voll sein. Wir warteten 2 Busse ab, aber es kamen alle paar Minuten welche. Es gibt 4 Flughafenbuslinien A1-A4. Sie operieren zwischen 5.00 AM und 12.00 PM. Das Ticket kostet 70 Baht.
A1 fährt zur Silom Road
A2 endet am Sanamluang (Soldier Monument), Nähe Phrapinklao Brücke. Diese Linie kommt auch durch Banglampoo (backpackerghetto).
A3 zur Thonglor Police Station (wer will denn da hin?)
A4 endet am Hauptbahnhof (Hua Lampong). Günstig für Chinatown.
Kommt man zu einer vernünftigen Uhrzeit an oder fliegt ab, gibt es eine weitere Alternative da direkt am Flughafen eine Bahnstation liegt, von der Vorortzüge direkt in die Stadt hinein fahren. Dazu folgende Beschreibung, die ich auch nur gelesen habeund nicht selbst ausprobiert, daher nur als Anhaltspunkt. Der Bahnhof am Flughafen heißt Don Muang Station.
Nach Verlassen des Terminal 1 wendet man sich nach Rechts (Norden), überquert die Autobahn mithilfe der Fußgängerbrücke, wendet sich jetzt nach links weitere 100m in Richtung Bangkok. Der Bahnhof liegt gegenüber dem Amari Airport Hotel. Zwischen 5 Uhr morgens und 8 Uhr abends fahren die Züge in 45 Minuten zur Hua Lamphong Station. Der normale 3. Klasse Fahrpreis für diese Entfernung beträgt 10 Baht.
Wenn man aus irgendeinem Grunde Bangkok ganz vermeiden möchte, kann man von der Don Muang Station auch in einen Zug nach Norden fahren, z.B. nach Ayunthaya, sicher ein weniger hektischer Einstieg in den Urlaub für Leute, die Probleme mit Großstädten haben .

Radfahren in Bangkok:

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Wir befürchteten das Schlimmste und waren auf dieser Basis eigentlich positiv überrascht. Natürlich gibt es extrem viel Verkehr und jede Menge Straßen die man tunlichst meiden sollte. Wer Stadtpläne lesen kann erkennt aber rel. leicht was Haupt- und was Nebenstraßen sind. Schwierig wird die Navigation durch ein verwirrendes Einbahnstraßensystem.
Leider sind die Brücken über den Chao Praya Fluss furchteinflössend, 8-spurig wie Autobahnen. Es gibt zwar einen Fußgängerweg, der endet aber an beiden Seiten an Treppen. Leider kann man sein Rad auch nicht mit auf die praktischen Expressboote nehmen, die den Fluss entlang fahren. Was aber problemlos ist, ist die Fahrradmitnahme auf den Flussfähren.
Doch Bangkok bemüht sich allen Ernstes auch um die Radfahrer der Stadt! In der ganz gut gemachten Broschüre 'Amazing Bangkok', die man umsonst erhält wirbt ein eigenes Kapitelchen fürs Radfahren. "Cycling routes are in evidence all over the city..." heisst es dort zu unserem nicht geringen Erstaunen selbstsicher. Wir haben versucht wenigstens einen dieser Radwege zu finden, was uns aber nicht gelungen ist.
Das Tourist-Office veranstaltet regelmäßig geführte Stadtführungen auf Ratanakosin Island, mit dem Fahrrad, Räder werden gestellt. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die Gruppe von ca. 40 Radfahrern in den abendlichen Verkehr hinausfahren sahen.
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Diese Tour findet jeden Samstag um 18:30 statt und dauert bis 21:30. Der Preis für die Teilnahme ist 290 Baht und beinhaltet das Leihrad, Führung, ein 'bicycle guide book', snacks, Getränke und sogar eine Versicherung. Frühaufsteher können auch jeden 2. Sonntag im Monat morgens um 6:30 - 9:30 Uhr fahren, dann nur 120 Baht. Reservierungen sind möglich unter 225-76124.
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Bangkok beheimat zudem die Zentrale des Cycling Club of Thailand, mit dem wir in Kontakt kamen. Sehr nette Leute, die uns viel geholfen haben. Man kann den Club offiziell unter folgenden Telefonnummern erreichen: 218-6669 und 252-7511. Ob es unter diesen Nummern immer leicht ist jemanden zu erreichen weiss ich nicht. Wir haben zusätzlich persönliche Kontakte aufgebaut und ich gebe gerne an interessierte Radfahrer eine sehr nützliche Telefonnummer eines Freundes weiter - email genügt!

Fahrradmitnahme im Zug in Thailand

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am Beispiel unserer Zugfahrt von Bangkok nach Prachuap Khiri Khan (sprich: Pratschuap Kili Kahn). Der früheste Zug in Richtung Süden verläßt Bangkok Hua Lamphong Station erst mittags um 12:25. Wir kauften unsere Tickets bereits 2 Tage im vorraus. Man muß dazu an den Schalter 2 in der Hauptschalterhalle. (An einem Informationsschalter seitlich rechts spricht man ganz gut Englisch). Um die Fahrradkarte (etwa Preis einer 3.Klasse Fahrkarte) zu lösen, kommt man am Abreisetag rechtzeitig - uns hatten sie bereits für 10 Uhr bestellt, viel zu früh - zum Gepäckschalter. Dies ist ein etwas unauffälliger Schreibtisch im Breich des Seitenausgangs links, nicht ganz leicht zu finden, da kein Zeichen in Englisch darauf hinweist. Beim Anblick der Räder wissen die Beamten jedoch gleich Bescheid. Man zeigt seine Fahrkarte vor, ein Gepäckschein wird ausgefüllt und muß unterschrieben werden. Das Rad muß man selbst in den Gepäckwagen verladen.
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Noch ein Tip: Der Gepäckwagen ist an der Spitze des Zuges, der mehrere hundert Meter lang ist! Da man reservierte Plätze hat, muß man danach sein ganzes Gepäck zu dem meist am anderen Ende des Zuges befindlichen Wagen mit den Plätzen zurückschleppen, wenn man ungeschickt vorgeht. Also: rechtzeitig kommen, Plätze einnehmen und Gepäck dort abladen wo man später sitzen wird, Räder zum Gepäckwagen schieben, zurückkommen, lautet die richtige Reihenfolge, die in der Mittagshitze viel Schweiß erspart!
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Das entscheidende Problem liegt wirklich darin harauszubekommen, welcher Zug einen Gepäckwagen hat und welcher nicht. Unsere Rückfahrt nach Bangkok hatten wir aus Mangel an anderen Informationen extra so gelegt, dass wir nicht nachts fuhren. Der Travel Agent in Ko Tao ('Ko Tao Booking Office', direkt am Pier) hatte sich als träge und unfähig erwiesen irgendwelche Informationen dieser Art zur Verfügung zu stellen und uns ein Ticket für einen der wenigen Züge verkauft, die keinen Fahrradtransport ermöglichen. Am Bahnhof in Chumphon erst erfuhren wir davon. Freundliche Beamte dort machten nun für uns etwas möglich, was vermutlich sowieso nur ausnahmsweise geht. Wir fuhren den Rädern voraus und konnten sie am nächsten Morgen am Bahnhof in Bangkok abholen. Die kostete nur unwesentlich mehr als das Selbstverladen, ist aber selbstverständlich etwas, was man lieber vermeiden möchte. Mit Vermutungen ist also nichts gewonnen, man muß jemanden am Bahnhof finden, der Englich spricht und die entscheidenden Informationen hat. Generell gilt wohl: Express-Züge und Special-Züge haben keine Gepächwagen.
zu Teil 2
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